LE DONNE DI KIRCHSTETTEN… Vol. 4 Montag, Mrz 6 2017 

LENKA PAVLOVIČ

 (Lyrischer Sopran // Spielsopran // Soubrette)

 Achtung! …ein Wirbelsturm fegt über die Bühne!

  

Liebes Kirchstettner Opernpublikum!

Im abschließenden Kapitel unseres vierteiligen KlassikFestival Schloss Kirchstetten-Blogs möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf eine junge Sopranistin lenken, die in Kirchstetten auf Anhieb ein Publikumsliebling geworden ist!

Die junge tschechische Sopranistin Lenka Pavlovič debütierte als bravouröse Einspringerin als Zerlina in unserer Kirchstettner Don Giovanni-Produktion (2014).

An der Seite von Rodica Vicas hochdramatisch-expressiver Donna Anna und Alexandra Vogrins energisch strahlender Donna Elvira rundete Lenka das herausragende Damenterzett dermaßen perfekt ab, dass manche Kritikerin – in diesem Fall – sogar vom Triumph von »Le donne di Don Giovanni« berichtete!

Lenka, die geborene Soubrette – im besten und schönsten Sinne des Wortes – verfügt über alle notwendigen Fähigkeiten und Gaben, um in diesem Rollenfach uneingeschränkt zu reüssieren: eine helle, strahlende und leuchtende Stimme, eine natürliche (und vermutlich auch angeborene!?!) szenische Präsenz, instinktiver Spielwitz und eine überschäumende Spielfreude etc. 🙂

Wie man ihrer bisherigen Laufbahn entnehmen kann, verbuchte sie bislang auf sämtlichen tschechischen Opernbühnen wohlverdiente und persönliche Erfolge in jenen frischen, frechen und temperamentvollen Rollen, die die deutsche Terminologie u.a. auch als Spielsopran (ggf. auch Soubrette) zu bezeichnen pflegt.

Zerlina, Papagena, Ännchen, Sandmännchen und Taumännchen sowie auch Adele (Die Fledermaus) & Co. sind bei ihr stets bestens aufgehoben.

Nach ihrem bereits erwähnten und überaus erfolgreichen Kirchstetten-Debüt als Zerlina, kehrte Lenka ein Jahr später als Giannetta (G. Donizetti, L’ elisir d’ amore) in das Kleinste Opernhaus Österreichs zurück und bewies einmal mehr, dass es tatsächlich KEINE kleinen Opernpartien auf der Bühne gibt…

Wie ein Wirbelsturm fegte sie in jeder Vorstellung über die Bühne und bestach sowohl in stimmlicher, als auch darstellerischer Natur – ganz zur Freude unseres geschätzten Publikums und der Fachkritik!

 

Da die Stimme der jungen Sängerin in der jüngeren Vergangenheit einiges an Volumen und Durchschlagskraft hinzugewonnen hat, könnte es u.U. der Fall sein, dass sie sich künftig – neben ihren bisherigen großen Erfolgen im Fach eines Spielsoprans – auch einige Fachpartien für Lyrischen Sopran wird aneignen können.

Es wäre also keine Überraschung, sondern vielmehr eine Art lineare Entwicklung, sie alsbald als Ilia, Pamina, Servilia, Euridice oder sogar als Sophie (Der Rosenkavalier) auf der Bühne erleben zu können.

Dass Lenka prinzipiell keine Berührungsängste in puncto Rollen- bzw. Repertoirewahl hat, wird einmal mehr vor Augen geführt, indem die charmante Sängerin im Herbst dieses Jahres erneut ins Schloss Kirchstetten zurückkehrt, wo sie zum ersten Mal bei unserer Reihe KonzertBlätter 2017 als Konzertsängerin auftreten wird.

Bei unserer hochkarätig besetzten Operngala »Le donne di Donizetti« wird sie nämlich für die unterhaltsamen bzw. lustigen Opernarien und Szenen zuständig sein, worauf wir uns jetzt schon ganz besonders freuen!

Cs.N.

LE DONNE DI KIRCHSTETTEN… Vol. 3 Montag, Dez 19 2016 

RODICA VICA

(Dramatischer Koloratursopran)

 …Feuer, Temperament und Virtuosität

Liebe Leserinnen und Leser! Sehr geehrtes Opernpublikum des KlassikFestivals Schloss Kirchstetten!

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(c) Valentina Balasa- Ario

Viele von Ihnen werden sich noch an unsere hochdramatisch-expressive Donna Anna und energisch-kraftvolle und äußerst intensiv agierende Norina in den Aufführungsserien von W.A. Mozarts Don Giovanni (2014) und G. Donizettis Don Pasquale (2016) erinnern?

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Beide Rollen wurden von der jungen rumänischen Dramatischen Koloratursopranistin Rodica Vica, der frisch gebackenen Frau Doktor der Musik[Theater]Wissenschaften [Anm. Doctor of Musical Arts], mit größtem Erfolg gesungen.

Im Vorfeld zur bereits erwähnten Don Giovanni-Produktion gab es ja gar nicht so wenige Unkenrufe dahingehend, ob wir es überhaupt schaffen werden bzw. können, im Kleinsten Opernhaus Österreichs, Donna Anna adäquat zu besetzen…

Dass Mozarts dramatische und ekstatische, jedoch junge Heldin eine der auch international am schwersten zu besetzenden Fachpartien für einen Dramatischen Koloratursopran ist, gilt in Opernkreisen als Allgemeingut!

Es war wieder eine ganz besondere Vorsing-Situation, diesmal im Vorfeld zur besagten Don Giovanni-Produktion, in welcher wir auf Rodica aufmerksam werden konnten: Plötzlich ging die Tür auf und es betrat eine junge Sopranistin den Vorsingraum, sie sah auf den ersten Blick aus wie eine Mischung aus der jungen Cecilia Bartoli und ihrer eigenen Landsmännin Angela Gheorghiu… J

Solche optischen Eindrücke können unweigerlich zu falschen Erwartungen führen, auch wenn ich persönlich diese absolut stupide und engstirnige Etikettierung (zu oft seitens des Publikums, der Medien und/oder sogar geschäftstüchtigen Manager der div. restlichen Plattenfirmen) a là »die neue Callas!« oder »die neue Bartoli!« von vornherein für völlig irreführend, überflüssig und schlicht einfach nur saublöd halte, musste ich sofort nach den ersten Takten der beiden Donna Anna Arien erkennen und zugeben: Trotz einer gewissen optischen Ähnlichkeit zu den beiden genannten Weltstar-Kolleginnen, bietet Rodica eine komplett eigenständige und qualitativ hochwertige Darbietung und Interpretation der geforderten Stücke! Sie bedarf also keinerlei lächerlicher Etikettierungen oder Schubladisierungen, denn sie ist – ZUM GLÜCK (!) – weder »die neue Bartoli«, noch »die neue Gheorghiu«, sondern sie ist und bleibt in ihrer Kunst Rodica Vica selbst, ohne dem Versuch zu erliegen, irgendjemanden zu kopieren oder zu imitieren. Sie ist also »die erste Rodica Vica«! J

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Der deutsche Theatermacher Gerd Uecker bezeichnet das Stimmfach und das Phänomen des Dramatischen Koloratursoprans als »Allzweckwaffe«, weil man diesen [Anm. auch im Repertoire-Betrieb] derart vielseitig und vielschichtig einsetzen und verwenden kann. So gesehen verfügt Rodica – trotz ihres jungen Alters – bereits über ein sehr breites Repertoire, welchem Barockopern, Mozart-Heroinen und div. Belcanto-Partien gleichermaßen angehören.

Welchen künstlerischen Weg bzw. welche stimmliche Entwicklung sie künftig machen wird, lässt sich gegenwärtig – angesichts der vorhandenen bunten Palette ihrer Rollen im Opern- und Konzertfach – nur schwer abschätzen. Eines kann man vielleicht dennoch festhalten: Sie scheint eine ganz besondere Affinität und Beziehung zur Epoche des Barock zu haben, da sich ihr Barockrepertoire auf der Opernbühne, sowie auch im Konzert (sogar im Teatro La Fenice in Venedig!) nicht nur auf die obligatorischen Highlights eines A. Vivaldi oder G.F. Händel begrenzt, sondern sie hat keinerlei Berührungsängste, wenn es etwa um weniger Bekanntes von J.B. Lully, J-P. Rameau & Co. geht und sie singt auch diese Werke – nebst ihrer gewohnten Stilsicherheit – mit viel Enthusiasmus, Feuer, Temperament und Virtuosität.

Cs.N.

LE DONNE DI KIRCHSTETTEN… Vol. 2 Montag, Dez 12 2016 

MARIA TAYTAKOVA

(Lyrischer Sopran mit Koloraturfähigkeit)

 

…Esprit de Charme, Stil und Glamour!

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Liebe Leserinnen und Leser,

im heutigen Kapitel unseres aktuellen, vierteiligen KlassikFestival Schloss Kirchstetten-Blogs möchten wir Ihre Aufmerksamkeit auf die großartige slowakische Opern- und Konzertsängerin Maria Taytakova lenken.

Maria konnte bei unserem Festival sowohl als empfindsame, kraftvoll agierende und stimmlich extrem berührende Gilda (G. Verdi, »Rigoletto«, 2013), als auch als energische, facettenreiche, moderne und fabelhaft belcanteske Adina (G. Donizetti, »L’ elisir d’ amore«, 2015) große persönliche Erfolge verbuchen!

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Probenimpressionen Rigoletto

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Probenimpressionen Rigoletto

Einen ganz speziellen Erfolg durfte sie 2015 feiern, als sie bei unserer festlichen und internationalen Operngala zugunsten des Hilde Wagener-Künstlerheims (Baden) mitwirkte: An diesem Abend trat sie als Violetta Valéry (G. Verdi, »La Traviata«), Gilda (G. Verdi, »Rigoletto«) und Lakmé (L. Delibes, »Lakmé«) in Erscheinung.

Dass Maria in ihren berühmten Rollen der Violetta und Gilda das Publikum sowieso restlos zu überzeugen und zu begeistern weiß, war ja bereits im Vorfeld zu diesem Konzert vorauszusetzen, ABER das absolute und unangefochtene Highlight dieses unvergesslichen Abends – wie es sogar in den offiziellen Kritiken extra angemerkt und hervorgehoben wurde – lieferten sie und die griechische Mezzosopranistin Elsa Giannoulidou mit dem innig-beseelten, äußerst musikalischen und stimmschönen Vortrag des berühmten Duetts Lakmé & Mallika (L. Delibes, »Lakmé«), womit sie für Furore sorgten!

Rückblickend auf Marias Kirchstettner Erfolge, erlauben Sie mir bitte auch noch eine kurze persönliche Anekdote zu erzählen, um einmal mehr die hervorragenden Qualitäten dieser Sopranistin zu unterstreichen: Nachdem Maria für ihre Gilda frenetisch gefeiert worden war, war es für uns alle klar, dass sie auch eine hervorragende Adina-Interpretin sein könnte…

Beim öffentlichen Vorsingen für die Partien des Kirchstettner Liebestranks ist aber etwas ganz Besonderes passiert, was man als Dirigent oder als Regisseur in so einem Rahmen – leider – viel zu selten erleben darf… Auch wenn Adina nicht unbedingt zu den dankbarsten Donizetti-Heldinnen gezählt werden kann, muss man dennoch festhalten, dass diese Rolle abseits der Bravourkoloraturrollen des Komponisten eine insgesamt ziemlich fordernde, schwierige und anspruchsvolle ist. Zu Beginn der geforderten Adina-Arie: Prendi, per me sei libero zeigte Maria eine derart unglaubliche musikalische und v.a. dynamische (!) Palette, dass es uns schlicht und einfach den Atem verschlagen hat! Es war einer jener raren Momente, wo man am liebsten das Vorsingen entweder sofort abrupt beenden und der Sängerin spontan und enthusiastisch mitteilen möchte: »Sie haben die Rolle!!!« oder ganz im Gegenteil die Sängerin doch mehrmals bitten möchte, nur ein und dieselbe Stelle erneut zu wiederholen, weil man ja seinen eigenen Ohren nicht trauen kann, was man da eben gehört hat!

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Dass Maria in ihrem genuinen Stimmfach eines vollen Lyrischen Soprans mit Koloraturfähigkeit, also in jenem Fach, in welchem sowieso auch weltweit die Konkurrenz am stärksten und am unerbittlichsten ist, zu den ganz Großen ihrer Generation gehört, ist weder zu überhören, noch zu übersehen… Allein die unglaubliche Wärme und der Farbenreichtum ihrer Stimme ist herausragend.

Ob nun die leichteren bzw. lyrischeren Heldinnen eines Verdi oder Puccini oder aber auch bestimmte Fachpartien aus der Epoche des Belcanto, sowie auch in der jüngeren Vergangenheit sogar einige Barockrollen, allesamt werden mit Maria Taytakova immer und ausnahmslos zu einem großartigen Erlebnis.

Aus diesem Grund freuen wir uns ganz besonders, sie im Herbst 2017 erneut im Schloss Kirchstetten bei der Belcanto-Operngala »Le donne di Donizetti« begrüßen zu dürfen!

Cs.N.

 

LE DONNE DI KIRCHSTETTEN… Vol. 1 Dienstag, Nov 22 2016 

KLÁRA KOLONITS

(Dramatischer Koloratursopran // Soprano drammatico d’ agilità)

 

…eine vollkommene Operndiva!

 

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Sehr geehrte Damen und Herren! Liebes Opernpublikum!

In unserem vierteiligen neuen KlassikFestival Schloss Kirchstetten-Blog möchten wir Ihnen vier herausragende Sopranistinnen vorstellen bzw. in Erinnerung rufen, die in den vergangenen Jahren die sommerlichen Opernproduktionen und fallweise auch die jeweiligen Konzertprogramme unseres Festivals maßgeblich geprägt und stets für Furore gesorgt haben.

Am Anfang dieser Blog-Reihe steht nun die ungarische Sopranistin Klára Kolonits, die international tätige vielseitige Solistin der Ungarischen Staatsoper Budapest.

Ihr schier grenzenloses Bühnenrepertoire erinnert einen an die legendären Operndiven des italienischen Belcanto.

Als Alleskönnerin lässt sie sich in keine Schublade stecken. Dennoch könnte man festhalten, dass ihr aktuelles Kernrepertoire aus den großen Mozart’schen Fachpartien eines Dramatischen Koloratursoprans, div. Belcanto– und Verdi-Heldinnen, sowie auch den besonders anspruchsvollen Frauengestalten Ferenc Erkels [Anm: Ferenc Erkel, ung. Komponist und Gründungsvater der ung. Nationaloper] besteht.

Klára debutierte 2009 in einer ihrer Paraderollen, der Titelpartie von G. Verdis La Traviata, beim KlassikFestival Schloss Kirchstetten und verbuchte dabei zurecht einen überregionalen Erfolg.

In den Sommermonaten 2011 und 2012 erlebte das Kirchstettner Opernpublikum sie überdies als feurig-temperamentvolle, virtuos-kapriziöse Rosalinde (J. Strauß jun., Die Fledermaus) – eine weitere musikalische Visitenkarte der Sängerin und anschließend auch als ausdrucksstarke und stilsichere Contessa (W.A. Mozart, Le nozze di Figaro). (Die Partie der Contessa dürfte diese vielseitige Sängerin vorerst zum letzten Mal in Kirchstetten gesungen haben, nachdem sich der Fokus ihres Bühnenrepertoires mittlerweile immer mehr auf die bravourösen und dramatisch timbrierten Belcanto-Heldinnen verlagert hat.)

 

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Zu den besonderen künstlerischen Höhepunkten ihrer Karriere in der jüngeren Vergangenheit und der Gegenwart zählen zweifelsohne ihre CD-Aufnahme (»Belcanto reloaded«), ihr Rollendebut als Mária Bátori in F. Erkels gleichnamigem Erstlingswerk, einer ungarischen Opernrarität und die frenetisch gefeierte Neuproduktion und Aufführungsserie von G. Donizettis Lucia di Lammermoor [Anm. Urfassung!] an ihrem Stammhaus in Budapest.

Das Repertoire ihrer ArienCD lässt sich auch als eine Art »Hommage à Belcanto« bezeichnen, da sie auf diesem Album – gemäß der Tradition der großen Belcanto-Diven Italiens – ein atemberaubendes Rollenspektrum von Rosina (G. Rossini, Il barbiere di Siviglia) in deren Fassung für Bravourkoloratursopran über die Titelpartie von Anna Bolena (G. Donizetti, »Anna Bolena«) bis hin zu Lady Macbeth (G. Verdi, »Macbeth« / Urfassung!) interpretiert.

 

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Es war uns stets eine große Ehre und Freude mit Klára Kolonits zusammenzuarbeiten, die seit ihrem Kirchstettner Debut zweifelsohne auch zu jenen Publikumslieblingen zählt, die man schlicht und einfach als Publikumsmagnet bezeichnen kann!

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Cs.N.

Unterwegs… oder Randnotizen zur Festivalsaison Sonntag, Sep 18 2016 

Sehr verehrtes Publikum! Sehr geehrte Damen und Herren!

Mitte August ist zwar die diesjährige Opernsaison des KlassikFestivals Schloss Kirchstetten zu Ende gegangen, dennoch heißt es noch lange nicht, dass das Kleinste Opernhaus Österreichs unbespielt bliebe oder von einer gähnenden und lähmenden Leere bzw. einem vorgezogenen Winterschlaf heimgesucht worden wäre…

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© Stefan Häusler

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© Stefan Häusler

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© Stefan Häusler

Unser »verrückter« und keineswegs konventioneller, dennoch von unserem Publikum zumeist heiß geliebter und enthusiastisch gefeierter Don Pasquale weicht nun unserem Konzertzyklus »KonzertBlätter«, welcher nun zum zweiten Mal im Herbst stattfindet.

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Unter den Mitwirkenden unserer KonzertBlätter finden sich auch dieses Jahr großartige Interpretinnen und Interpreten der nationalen und internationalen Kunst- und Klassikszene.

Unsere Programmpalette weist traditionsgemäß ein sehr breites Spektrum auf, indem wir Ihnen neben der Epoche der Wiener Klassik (»Haydn erinnert sich…«) u.a. auch folgende Genres schmackhaft machen möchten: Kunstpfeifen (Concilium Musicum Wien), Kammermusik (Ventus Quintett Salzburg: »Rhapsody in Blue«) und Kinderoper (»Papageno im Wunderland«).

Während die Kirchstettner Konzertsaison 2016 erst demnächst startet, laufen bereits parallel die Planungen für die Opern- und Konzertsaison 2017…

(Welche grundlegenden Veränderungen das Festivaljahr 2017 zusätzlich mit sich bringen wird, darüber werden wir Sie zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls ausführlich und gesondert informieren.)

Dennoch möchten wir Ihnen an dieser Stelle nicht länger verschweigen, welches Stück nun als nächstes innerhalb des Kirchstettner Donizetti-Zyklus (L’elisir d’amore 2015; Don Pasquale 2016) im Sommer 2017 zur Aufführung gelangen soll: Unter der musikalischen Leitung von Maestro Hooman Khalatbari wird nächstes Jahr Donizettis Opéra comique La fille du régiment in der französischen Originalfassung gespielt werden.

Unser neues und belcantoerprobtes Opernorchester Virtuosi Brunenses wird ebenfalls erneut mit an Bord sein!

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Auch wenn Donizettis Regimentstochter in allererster Linie – leider auch heute noch – wegen ihrer gefürchteten, hohen und atemberaubend virtuosen Partien für Tenor (Tonio) und Koloratursopran (Marie) als Publikumsmagnet gilt, möchten wir sehr gerne unser neugieriges und interessiertes Publikum davon überzeugen, dass dieses beliebte Belcanto-Juwel weitaus mehr als nur stratosphärische Spitzentöne, halsbrecherische Koloraturkaskaden und Feuerwerk zu bieten hat…

Alfredo Kraus, Luciano Pavarotti [!], Raúl Giménez oder gegenwärtig etwa Juan Diego Florez, Lawrence Brownlee und Javier Camarena allesamt extrem höhen- und stilsichere, weltweit gefeierte Tonio-Interpreten, haben es geschafft, diese Rolle zu einer ihrer persönlichen Visitenkarte zu machen.

In der weiblichen Hauptpartie der Marie – sowohl auf der Bühne, als auch teilweise sogar auf Tonträgern, vermochten solche Belcanto-erfahrenen und unvergesslichen Stars der internationalen Opernszene wie beispielsweise Joan Sutherland, Beverly Sills, Anna Moffo, Edita GruberováJune Anderson und in der jüngeren Vergangenheit bzw. Gegenwart Natalie Dessay, Patrizia Ciofi, L’ubica Vargicová, Diana Damrau, sowie auch die junge österreichische Koloratursoubrette Daniela Fally stets zu bestechen.

Opernstars dieses Kalibers waren scheinbar mehrfach der einzig [?] nachvollziehbare Grund, Donizettis Regimentstochter in regelmäßigen Abständen auszugraben…

Spitzentöne hin, Kehlkopfakrobatik her, Donizettis Meisterwerk darf keineswegs ausschließlich nur auf diese – zugegebenermaßen – unerlässlichen Zutaten des italienischen Belcanto degradiert werden, denn dieses Werk bietet zudem jede Menge Spielwitz und Situationskomik.

Nicht nur der dramaturgische Höhepunkt der Oper, die sog. »Gesangsstunde«, sondern allein auch schon die Besetzung der (dankbaren) Kabinettrolle der Duchesse de Crakentorp bietet enorme Spielmöglichkeiten und vielschichtige Interpretationsflächen…

Lassen Sie sich einfach überraschen! J

Das Team des KlassikFestivals Schloss Kirchstetten freut sich jetzt schon auf die zahlreichen interessanten Bewerbungen und das anschließende Vorsingen, welches noch in diesem Jahr stattfinden wird.

 

Über die Besetzung der Opernproduktion 2017 werden wir Sie spätestens im Frühjahr 2017 ebenfalls gesondert und detailliert informieren, während wir unser Konzertprogramm für das nächste Jahr bereits in diesem Herbst bekanntgeben werden.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen erstmal eine wunderbare und abwechslungsreiche Kirchstettner Konzertsaison – KonzertBlätter 2016 und Gute Unterhaltung!

Herzlichst

Ihr KlassikFestival Schloss Kirchstetten-Team

Leszek Solarski – Don Pasquale Samstag, Jul 30 2016 

1., Was bedeutet es für mich, Belcanto-Partien zu singen…? Leszek_Portrait_SW

…. dass ich wieder Freude auf der Bühne habe.

2., Donizettis »Don Pasquale« finde ich…

… eine comedy show für 4 Personen. In welchem Publikum und Sänger gleich viel Spaß haben.

3., Wie würde ich meine Partie in »Don Pasquale« kurz charakterisieren?

I Love it! Viel zu singen, viel zu spielen und fast ganze Zeit auf der Bühne. Perfekte Partie zum Abnehmen 😉

4., Welche anderen Belcanto-Partien habe ich bereits gesungen bzw. welche singe ich aktuell?

Bisher keine.

5., Welche Belcanto-Partien werde bzw. möchte ich künftig unbedingt meinem Repertoire hinzufügen?

Donizetti, Pucini, Bellini sind wunderbar, aber ein Traum wäre die Partie des Wotan aus Wagner „Der Ring des Nibelungen“ zu singen.

Rodica Vica – Norina Freitag, Jul 29 2016 

1., Was bedeutet es für mich, Belcanto-Partien zu singen…? 

(c) Rodica Vica

(c) Rodica Vica

Aus Leidenschaft und grosse Interesse für den Belcantostil, um es besser zu verstehen und singen, entstand die Idee, meine Wissenschaftliche Doktorarbeit dem Barokstil zu widmen, die Quelle der „schöner Gesang“. So habe ich die weniger bekannten Grundkenntnisse der Phrasierung, Dosierung, Artikulation und Dynamik entdeckt und in meine Interpretation ausgeführt.

 2., Donizettis »Don Pasquale« finde ich…

My favorite belcanto opera!

3., Wie würde ich meine Partie in »Don Pasquale« kurz charakterisieren?

A complex palette of moods and reactions, spontaneous or premeditated, simply a joy to perform this role and to discover these states of mind on myself.

4., Welche anderen Belcanto-Partien habe ich bereits gesungen bzw. welche singe ich aktuell?

Rosina (Il Barbiere di Siviglia), Rita (Rita), Norina (Don Pasquale), Lucrezia Borgia (Lucrezia Borgia), Clorina (La Cenerentola), Adina (L’elisir d’amore)

5., Welche Belcanto-Partien werde bzw. möchte ich künftig unbedingt meinem Repertoire hinzufügen?

Lucia (Lucia di Lammermoor), Violetta Valery (La Traviata)

Miloš Bulajić – Ernesto Donnerstag, Jul 28 2016 

1., Was bedeutet es für mich, Belcanto-Partien zu singen…? Milos Bulajic (2)

emotionale Musik erleben- Freiheit der Melodie genießen– die vollkommenste Stimmkunst trainieren und verfeinern – feiner Atem – Legato – Genuss – Sucht

2., Donizettis »Don Pasquale« finde ich…

ist eine der gelungensten „opera-buffa“ allgemein.

3., Wie würde ich meine Partie in »Don Pasquale« kurz charakterisieren? 

verwöhnt – romantisch – von einfachem Gemüt

4., Welche anderen Belcanto-Partien habe ich bereits gesungen bzw. welche singe ich aktuell? 

Tonio/Regimenstochter, Don Ramiro/Cenerentola, Lindoro/Italiana in Algeri, Almaviva/Barbiere

5., Welche Belcanto-Partien werde bzw. möchte ich künftig unbedingt meinem Repertoire hinzufügen?

Elvino/Sonnambula, Arturo/Puritani

Final rehearsals in Kirchstetten through the eyes of the Assistant Director Mittwoch, Jul 27 2016 

The final rehearsals serve as an important milestone during the “birth” of a new Kirchstetten opera production. Not only do the numerous activities and positions of singers become final, several refinements are also made once all singers get the feel of the Kirchstetten stage and the atmosphere of the Maulpertsch Hall.

The Stage Director’s (SD) concept leaves room for the singers to come up with ingenious characterizations, experimental gestures and mimic, and even their own additional sketches. These are either signed off by the SD or saved for another day/another production. The process is rather like working with marble – the sculptor has a vision of the end result, but is influenced by the colors, the nuances and the fine features of the natural stone during the creative phase.

It is wonderful to watch the singers move on the Kirchstetten stage during the first rehearsal – although they are well-informed of the dimensions in advance, it still is a “shock” to understand just how close the audience is.  I dare say, this is quite a challenge even for those who are returning to the Maulpertsch Hall.

Once we get to Kirchstetten, the SD starts the refinement process – several positions are modified, some things get the axe and then again, several small things are added. The costumes, the lighting and the props are finalized, the extra decorations are added in the rooms of the Castle, which buzzes with life and activity. Everybody has one single purpose in mind: creating a special night to remember for all those, who pay pilgrimage to the Tiniest And Most Intimate Opera House In Austria.

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Rodica Vica (www.rodicavica.com) in the role of Norina

(EP)

 

Mark Zimmermann – Dr. Malatesta Dienstag, Jul 26 2016 

(c) Mark Zimmermann

(c) Mark Zimmermann

1., Was bedeutet es für mich, Belcanto-Partien zu singen…? 

Es ist eine Freude, diesen unglaublich raffiniert platzierten phrasierungstechnischen Elementen zu folgen, mit welchen die Komponisten dieser Epoche sehr gezielt jeweils sowohl den Witz, als auch die Ernsthaftigkeit ausgedrückt haben. Im Fall Don Pasquale sind es vor allem sehr verspielte musikalische Herausforderungen. 

2., Donizettis »Don Pasquale« finde ich…

Ein Werk von einfachem, aber dennoch sehr ehrlichem Humor, an dessen Ende sich die Emotionen und Wandlungen fast schon ein wenig zu schnell überschlagen. Umso schwerer wird es werden, diese schnellen Emotionswechsel auch glaubhaft darzustellen.

3., Wie würde ich meine Partie in »Don Pasquale« kurz charakterisieren?

Im Großen und Ganzen eine Art Drahtzieher, der die Fäden in der Hand hält und seine Pläne gekonnt umsetzt. Ein wenig hin – und hergerissen zwischen seiner Freundschaft sowohl zu Don Pasquale, als auch zu Ernesto, wodurch Malatesta auf mich gegen Ende auch ein wenig inkonsequent wirkt. Schauen wir, was der Regisseur daraus machen wird…

4., Welche anderen Belcanto-Partien habe ich bereits gesungen bzw. welche singe ich aktuell?

Figaro in Rossinis Il barbiere di Siviglia

Dandini in Rossinis La Cenerentola

Belcore in Donizettis L’elisir d’amore

5., Welche Belcanto-Partien werde bzw. möchte ich künftig unbedingt meinem Repertoire hinzufügen?

Leider gibt es im Belcanto nicht allzu viele Partien für mein Stimmfach, aber ich würde mich wahnsinnig freuen, diese vier Partien, die alle jeweils auf ihre Art großartig und extrem vielseitig sind, in meinem Repertoire halten zu können!

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