LE DONNE DI KIRCHSTETTEN… Vol. 1 Dienstag, Nov 22 2016 

KLÁRA KOLONITS

(Dramatischer Koloratursopran // Soprano drammatico d’ agilità)

 

…eine vollkommene Operndiva!

 

klara-kolonits 

Sehr geehrte Damen und Herren! Liebes Opernpublikum!

In unserem vierteiligen neuen KlassikFestival Schloss Kirchstetten-Blog möchten wir Ihnen vier herausragende Sopranistinnen vorstellen bzw. in Erinnerung rufen, die in den vergangenen Jahren die sommerlichen Opernproduktionen und fallweise auch die jeweiligen Konzertprogramme unseres Festivals maßgeblich geprägt und stets für Furore gesorgt haben.

Am Anfang dieser Blog-Reihe steht nun die ungarische Sopranistin Klára Kolonits, die international tätige vielseitige Solistin der Ungarischen Staatsoper Budapest.

Ihr schier grenzenloses Bühnenrepertoire erinnert einen an die legendären Operndiven des italienischen Belcanto.

Als Alleskönnerin lässt sie sich in keine Schublade stecken. Dennoch könnte man festhalten, dass ihr aktuelles Kernrepertoire aus den großen Mozart’schen Fachpartien eines Dramatischen Koloratursoprans, div. Belcanto– und Verdi-Heldinnen, sowie auch den besonders anspruchsvollen Frauengestalten Ferenc Erkels [Anm: Ferenc Erkel, ung. Komponist und Gründungsvater der ung. Nationaloper] besteht.

Klára debutierte 2009 in einer ihrer Paraderollen, der Titelpartie von G. Verdis La Traviata, beim KlassikFestival Schloss Kirchstetten und verbuchte dabei zurecht einen überregionalen Erfolg.

In den Sommermonaten 2011 und 2012 erlebte das Kirchstettner Opernpublikum sie überdies als feurig-temperamentvolle, virtuos-kapriziöse Rosalinde (J. Strauß jun., Die Fledermaus) – eine weitere musikalische Visitenkarte der Sängerin und anschließend auch als ausdrucksstarke und stilsichere Contessa (W.A. Mozart, Le nozze di Figaro). (Die Partie der Contessa dürfte diese vielseitige Sängerin vorerst zum letzten Mal in Kirchstetten gesungen haben, nachdem sich der Fokus ihres Bühnenrepertoires mittlerweile immer mehr auf die bravourösen und dramatisch timbrierten Belcanto-Heldinnen verlagert hat.)

 

rosalinde-1 rosalinde-2

 

Zu den besonderen künstlerischen Höhepunkten ihrer Karriere in der jüngeren Vergangenheit und der Gegenwart zählen zweifelsohne ihre CD-Aufnahme (»Belcanto reloaded«), ihr Rollendebut als Mária Bátori in F. Erkels gleichnamigem Erstlingswerk, einer ungarischen Opernrarität und die frenetisch gefeierte Neuproduktion und Aufführungsserie von G. Donizettis Lucia di Lammermoor [Anm. Urfassung!] an ihrem Stammhaus in Budapest.

Das Repertoire ihrer ArienCD lässt sich auch als eine Art »Hommage à Belcanto« bezeichnen, da sie auf diesem Album – gemäß der Tradition der großen Belcanto-Diven Italiens – ein atemberaubendes Rollenspektrum von Rosina (G. Rossini, Il barbiere di Siviglia) in deren Fassung für Bravourkoloratursopran über die Titelpartie von Anna Bolena (G. Donizetti, »Anna Bolena«) bis hin zu Lady Macbeth (G. Verdi, »Macbeth« / Urfassung!) interpretiert.

 

Kolonits Klára Digipack CD 201411.indd

Es war uns stets eine große Ehre und Freude mit Klára Kolonits zusammenzuarbeiten, die seit ihrem Kirchstettner Debut zweifelsohne auch zu jenen Publikumslieblingen zählt, die man schlicht und einfach als Publikumsmagnet bezeichnen kann!

belcanto_reloaded-2

Cs.N.

Unterwegs… oder Randnotizen zur Festivalsaison Sonntag, Sep 18 2016 

Sehr verehrtes Publikum! Sehr geehrte Damen und Herren!

Mitte August ist zwar die diesjährige Opernsaison des KlassikFestivals Schloss Kirchstetten zu Ende gegangen, dennoch heißt es noch lange nicht, dass das Kleinste Opernhaus Österreichs unbespielt bliebe oder von einer gähnenden und lähmenden Leere bzw. einem vorgezogenen Winterschlaf heimgesucht worden wäre…

norina

© Stefan Häusler

solisten_don_pasquale

© Stefan Häusler

zwangsjacken_don_pasquale

© Stefan Häusler

Unser »verrückter« und keineswegs konventioneller, dennoch von unserem Publikum zumeist heiß geliebter und enthusiastisch gefeierter Don Pasquale weicht nun unserem Konzertzyklus »KonzertBlätter«, welcher nun zum zweiten Mal im Herbst stattfindet.

maulpertsch_saal_-schloss_kirchstetten_gross 

Unter den Mitwirkenden unserer KonzertBlätter finden sich auch dieses Jahr großartige Interpretinnen und Interpreten der nationalen und internationalen Kunst- und Klassikszene.

Unsere Programmpalette weist traditionsgemäß ein sehr breites Spektrum auf, indem wir Ihnen neben der Epoche der Wiener Klassik (»Haydn erinnert sich…«) u.a. auch folgende Genres schmackhaft machen möchten: Kunstpfeifen (Concilium Musicum Wien), Kammermusik (Ventus Quintett Salzburg: »Rhapsody in Blue«) und Kinderoper (»Papageno im Wunderland«).

Während die Kirchstettner Konzertsaison 2016 erst demnächst startet, laufen bereits parallel die Planungen für die Opern- und Konzertsaison 2017…

(Welche grundlegenden Veränderungen das Festivaljahr 2017 zusätzlich mit sich bringen wird, darüber werden wir Sie zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls ausführlich und gesondert informieren.)

Dennoch möchten wir Ihnen an dieser Stelle nicht länger verschweigen, welches Stück nun als nächstes innerhalb des Kirchstettner Donizetti-Zyklus (L’elisir d’amore 2015; Don Pasquale 2016) im Sommer 2017 zur Aufführung gelangen soll: Unter der musikalischen Leitung von Maestro Hooman Khalatbari wird nächstes Jahr Donizettis Opéra comique La fille du régiment in der französischen Originalfassung gespielt werden.

Unser neues und belcantoerprobtes Opernorchester Virtuosi Brunenses wird ebenfalls erneut mit an Bord sein!

regimentstochter_wikipedia

Auch wenn Donizettis Regimentstochter in allererster Linie – leider auch heute noch – wegen ihrer gefürchteten, hohen und atemberaubend virtuosen Partien für Tenor (Tonio) und Koloratursopran (Marie) als Publikumsmagnet gilt, möchten wir sehr gerne unser neugieriges und interessiertes Publikum davon überzeugen, dass dieses beliebte Belcanto-Juwel weitaus mehr als nur stratosphärische Spitzentöne, halsbrecherische Koloraturkaskaden und Feuerwerk zu bieten hat…

Alfredo Kraus, Luciano Pavarotti [!], Raúl Giménez oder gegenwärtig etwa Juan Diego Florez, Lawrence Brownlee und Javier Camarena allesamt extrem höhen- und stilsichere, weltweit gefeierte Tonio-Interpreten, haben es geschafft, diese Rolle zu einer ihrer persönlichen Visitenkarte zu machen.

In der weiblichen Hauptpartie der Marie – sowohl auf der Bühne, als auch teilweise sogar auf Tonträgern, vermochten solche Belcanto-erfahrenen und unvergesslichen Stars der internationalen Opernszene wie beispielsweise Joan Sutherland, Beverly Sills, Anna Moffo, Edita GruberováJune Anderson und in der jüngeren Vergangenheit bzw. Gegenwart Natalie Dessay, Patrizia Ciofi, L’ubica Vargicová, Diana Damrau, sowie auch die junge österreichische Koloratursoubrette Daniela Fally stets zu bestechen.

Opernstars dieses Kalibers waren scheinbar mehrfach der einzig [?] nachvollziehbare Grund, Donizettis Regimentstochter in regelmäßigen Abständen auszugraben…

Spitzentöne hin, Kehlkopfakrobatik her, Donizettis Meisterwerk darf keineswegs ausschließlich nur auf diese – zugegebenermaßen – unerlässlichen Zutaten des italienischen Belcanto degradiert werden, denn dieses Werk bietet zudem jede Menge Spielwitz und Situationskomik.

Nicht nur der dramaturgische Höhepunkt der Oper, die sog. »Gesangsstunde«, sondern allein auch schon die Besetzung der (dankbaren) Kabinettrolle der Duchesse de Crakentorp bietet enorme Spielmöglichkeiten und vielschichtige Interpretationsflächen…

Lassen Sie sich einfach überraschen! J

Das Team des KlassikFestivals Schloss Kirchstetten freut sich jetzt schon auf die zahlreichen interessanten Bewerbungen und das anschließende Vorsingen, welches noch in diesem Jahr stattfinden wird.

 

Über die Besetzung der Opernproduktion 2017 werden wir Sie spätestens im Frühjahr 2017 ebenfalls gesondert und detailliert informieren, während wir unser Konzertprogramm für das nächste Jahr bereits in diesem Herbst bekanntgeben werden.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen erstmal eine wunderbare und abwechslungsreiche Kirchstettner Konzertsaison – KonzertBlätter 2016 und Gute Unterhaltung!

Herzlichst

Ihr KlassikFestival Schloss Kirchstetten-Team

Leszek Solarski – Don Pasquale Samstag, Jul 30 2016 

1., Was bedeutet es für mich, Belcanto-Partien zu singen…? Leszek_Portrait_SW

…. dass ich wieder Freude auf der Bühne habe.

2., Donizettis »Don Pasquale« finde ich…

… eine comedy show für 4 Personen. In welchem Publikum und Sänger gleich viel Spaß haben.

3., Wie würde ich meine Partie in »Don Pasquale« kurz charakterisieren?

I Love it! Viel zu singen, viel zu spielen und fast ganze Zeit auf der Bühne. Perfekte Partie zum Abnehmen😉

4., Welche anderen Belcanto-Partien habe ich bereits gesungen bzw. welche singe ich aktuell?

Bisher keine.

5., Welche Belcanto-Partien werde bzw. möchte ich künftig unbedingt meinem Repertoire hinzufügen?

Donizetti, Pucini, Bellini sind wunderbar, aber ein Traum wäre die Partie des Wotan aus Wagner „Der Ring des Nibelungen“ zu singen.

Rodica Vica – Norina Freitag, Jul 29 2016 

1., Was bedeutet es für mich, Belcanto-Partien zu singen…? 

(c) Rodica Vica

(c) Rodica Vica

Aus Leidenschaft und grosse Interesse für den Belcantostil, um es besser zu verstehen und singen, entstand die Idee, meine Wissenschaftliche Doktorarbeit dem Barokstil zu widmen, die Quelle der „schöner Gesang“. So habe ich die weniger bekannten Grundkenntnisse der Phrasierung, Dosierung, Artikulation und Dynamik entdeckt und in meine Interpretation ausgeführt.

 2., Donizettis »Don Pasquale« finde ich…

My favorite belcanto opera!

3., Wie würde ich meine Partie in »Don Pasquale« kurz charakterisieren?

A complex palette of moods and reactions, spontaneous or premeditated, simply a joy to perform this role and to discover these states of mind on myself.

4., Welche anderen Belcanto-Partien habe ich bereits gesungen bzw. welche singe ich aktuell?

Rosina (Il Barbiere di Siviglia), Rita (Rita), Norina (Don Pasquale), Lucrezia Borgia (Lucrezia Borgia), Clorina (La Cenerentola), Adina (L’elisir d’amore)

5., Welche Belcanto-Partien werde bzw. möchte ich künftig unbedingt meinem Repertoire hinzufügen?

Lucia (Lucia di Lammermoor), Violetta Valery (La Traviata)

Miloš Bulajić – Ernesto Donnerstag, Jul 28 2016 

1., Was bedeutet es für mich, Belcanto-Partien zu singen…? Milos Bulajic (2)

emotionale Musik erleben- Freiheit der Melodie genießen– die vollkommenste Stimmkunst trainieren und verfeinern – feiner Atem – Legato – Genuss – Sucht

2., Donizettis »Don Pasquale« finde ich…

ist eine der gelungensten „opera-buffa“ allgemein.

3., Wie würde ich meine Partie in »Don Pasquale« kurz charakterisieren? 

verwöhnt – romantisch – von einfachem Gemüt

4., Welche anderen Belcanto-Partien habe ich bereits gesungen bzw. welche singe ich aktuell? 

Tonio/Regimenstochter, Don Ramiro/Cenerentola, Lindoro/Italiana in Algeri, Almaviva/Barbiere

5., Welche Belcanto-Partien werde bzw. möchte ich künftig unbedingt meinem Repertoire hinzufügen?

Elvino/Sonnambula, Arturo/Puritani

Final rehearsals in Kirchstetten through the eyes of the Assistant Director Mittwoch, Jul 27 2016 

The final rehearsals serve as an important milestone during the “birth” of a new Kirchstetten opera production. Not only do the numerous activities and positions of singers become final, several refinements are also made once all singers get the feel of the Kirchstetten stage and the atmosphere of the Maulpertsch Hall.

The Stage Director’s (SD) concept leaves room for the singers to come up with ingenious characterizations, experimental gestures and mimic, and even their own additional sketches. These are either signed off by the SD or saved for another day/another production. The process is rather like working with marble – the sculptor has a vision of the end result, but is influenced by the colors, the nuances and the fine features of the natural stone during the creative phase.

It is wonderful to watch the singers move on the Kirchstetten stage during the first rehearsal – although they are well-informed of the dimensions in advance, it still is a “shock” to understand just how close the audience is.  I dare say, this is quite a challenge even for those who are returning to the Maulpertsch Hall.

Once we get to Kirchstetten, the SD starts the refinement process – several positions are modified, some things get the axe and then again, several small things are added. The costumes, the lighting and the props are finalized, the extra decorations are added in the rooms of the Castle, which buzzes with life and activity. Everybody has one single purpose in mind: creating a special night to remember for all those, who pay pilgrimage to the Tiniest And Most Intimate Opera House In Austria.

norina

Rodica Vica (www.rodicavica.com) in the role of Norina

(EP)

 

Mark Zimmermann – Dr. Malatesta Dienstag, Jul 26 2016 

(c) Mark Zimmermann

(c) Mark Zimmermann

1., Was bedeutet es für mich, Belcanto-Partien zu singen…? 

Es ist eine Freude, diesen unglaublich raffiniert platzierten phrasierungstechnischen Elementen zu folgen, mit welchen die Komponisten dieser Epoche sehr gezielt jeweils sowohl den Witz, als auch die Ernsthaftigkeit ausgedrückt haben. Im Fall Don Pasquale sind es vor allem sehr verspielte musikalische Herausforderungen. 

2., Donizettis »Don Pasquale« finde ich…

Ein Werk von einfachem, aber dennoch sehr ehrlichem Humor, an dessen Ende sich die Emotionen und Wandlungen fast schon ein wenig zu schnell überschlagen. Umso schwerer wird es werden, diese schnellen Emotionswechsel auch glaubhaft darzustellen.

3., Wie würde ich meine Partie in »Don Pasquale« kurz charakterisieren?

Im Großen und Ganzen eine Art Drahtzieher, der die Fäden in der Hand hält und seine Pläne gekonnt umsetzt. Ein wenig hin – und hergerissen zwischen seiner Freundschaft sowohl zu Don Pasquale, als auch zu Ernesto, wodurch Malatesta auf mich gegen Ende auch ein wenig inkonsequent wirkt. Schauen wir, was der Regisseur daraus machen wird…

4., Welche anderen Belcanto-Partien habe ich bereits gesungen bzw. welche singe ich aktuell?

Figaro in Rossinis Il barbiere di Siviglia

Dandini in Rossinis La Cenerentola

Belcore in Donizettis L’elisir d’amore

5., Welche Belcanto-Partien werde bzw. möchte ich künftig unbedingt meinem Repertoire hinzufügen?

Leider gibt es im Belcanto nicht allzu viele Partien für mein Stimmfach, aber ich würde mich wahnsinnig freuen, diese vier Partien, die alle jeweils auf ihre Art großartig und extrem vielseitig sind, in meinem Repertoire halten zu können!

Suche oder Sucht?! Montag, Jul 18 2016 

Es ist wieder Opernzeit und für mich heisst das, in eine Welt der Fantasie einzutauchen. IMG_7585

Als ich vor drei Jahren „Don Giovanni“ ausstatten durfte, habe ich mich so lange mit überdimensionalen Spielkarten beschäftigt, sie gestaltet, gezeichnet, gemalt. So lange, dass ich erst jetzt wieder Lust verspürt habe Karten zu spielen… Letztes Jahr, dank „L’Elisir d’amore“ und meinem Regisseur, hatte ich während der Ausstattung des Kirchstettener Schlosses und auch zuvor und danach, die Möglichkeit viele Elixiere zu kosten, was sich natürlich angeboten hat, weil sich Kirchstetten im Weinviertel befindet und sich eignet eben hervorragend für Verköstigungen dieser Art.

Dieses Jahr nun wollen wir „Don Pasquale“ in einem Kurort aufführen. Ich war nie in einem Kurort und fragte daher meine 94-jährige Tante um Hilfe. Sie frequentierte bis vor kurzem begeistert (deswegen ist sie noch so in Form) solche Orte und sie erzählte mir, dass man insbesondere kuren geht um sich zu amüsieren… nebst dem um zu „kuren“! Natürlich habe mich entschieden, selber eine Kurwoche auszuprobieren und bin mit meiner Schulkameradin an einen solchen Ort gereist. Und wie meine Tante empfohlen hat, kosteten wir vom ganzen Wasser-Schlamm-Fasten-Kurprogramm  –   und haben uns so prächtig amüsiert, so dass wir am Schluss noch eine Woche gebraucht hätten, um uns vom Kuren zu erholen… Dieses Vergnügen und solche Freude möchte ich in Schloss Kirchstetten, zwar ohne Schlamm, Wasser und Fasten, dafür aber mit viel Lachen hervorzaubern. Was versuchen meine Krankenschwestern mit ihrem blauen Kreuz zu lindern? Don Pasquales Suche, seine Sucht oder seine Sehnsucht?

Kommt zahlreich in unseren Kurort Schloss Kirchstetten im Weinviertel und ihr werdet es erfahren!

 

Gianpiera Bühlmann, Kostüme & Ausstattung

VORHANG AUF! LASST DIE SPIELE BEGINNEN ODER „SEID IHR ALLE IRRE…?!“ Donnerstag, Jun 30 2016 

Sehr geehrte Damen und Herren! Verehrtes neues und/oder bereits auch treues Opernpublikum des KlassikFestivals Schloss Kirchstetten1511240_975726105797563_1236016212783048544_n

Nach dem erfolgreichen Auftakt des Kirchstettner Belcanto-Opernfestivals 2015 und der gelungenen und enthusiastisch aufgenommenen Eröffnung unseres Donizetti-Opernzyklus’ mit L’ elisir d’ amore dürfen wir Sie nun bei einem weiteren Donizetti-Evergreen Don Pasquale recht herzlich begrüßen!

Während wir letztes Jahr unser geschätztes Publikum auf eine Opernreise ins nördliche Weinviertel samt einem ordentlichen Schuss Lokalkolorit vorbereiten bzw. einladen durften, werden wir Ihnen dieses Jahr nun im Zuge unserer Don Pasquale-Aufführungsserie komplett andere Facetten anbieten… Warum das denn…?

Nun ja, ein Besuch im nördlichen Weinviertel eignet sich nicht nur bestens für zünftig-deftige und kulinarische Erlebnisse, sondern diese Region lädt einen auch sprichwörtlich zum Abschalten und Erholen ein… Wir wissen dies ja spätestens seit dem Besuch von Bertha von Suttner, die hier auf dem Anwesen ihrer Familie ebenfalls eine kurze und erholsame Zeit (Sommerfrische?) verbringen konnte.

Wie bzw. wo hat man denn früher seine Sommerfrische verbracht, wenn man aufs Land gefahren ist?

Nein, es gab noch keine modernen Spa-Einrichtungen, sondern man wollte sich oftmals nur einfach zurückziehen, echte und weniger echte Wehwehchen physischer bzw. psychischer Natur auskurieren oder ganz einfach unter „seinesgleichen Ruhe haben.“

Exakt! Man verbrachte  – ob gewollt oder ungewollt (?) – eine gewisse Zeit in einem abgelegenen (sagen wir mal so: idyllisch anmutenden…) SANATORIUM, um sich von den Strapazen [sic!] des ach so schweren Alltags zu erholen…

Weinviertel? Schloss Kirchstetten? Sanatorium? Aha…

Ja, verehrte Damen und Herren, wir dürfen Sie diesmal im herrlichen und einzigartigen Sanatorium Schloss Kirchstetten – im Besitz des ehrwürdigen (na ja…) Herrn Don Pasquale –begrüßen!

Sie werden während ihres Aufenthalts bei uns sicherlich tolle alte Bekannte wiedersehen und hoffentlich auch wiedererkennen können (?) – sei es nun unser weltweit bekannter und anerkannter ärztlicher Leiter, der Psychiater Dottore Malatesta, oder das einfühlsamste Pflegepersonal ever – angeführt vom stets dienst- und pflichtbewußten Kranken- und Altenpfleger Ernesto und seiner entzückenden Angebeteten, der Schwesternschülerin Norina.

Da wir aufgrund der intimen Nähe zwischen Bühne (pardon: Krankenzimmer!) und den Sitzreihen des Publikums (nein, ich korrigiere: Besucherzone!) während Ihres Besuch in unserer Kirchstettner Wolhlfühloase stets eng beinander sein werden und in puncto Mimik, Körpersprache bzw. nonverbale Kommunikation um teilweise sogar filmische Elemente und Klarheit bemüht sein werden, lassen sich vermutlich gewisse Assoziationen aus dem Genre Film wie beispielsweise solch grandiose Streifen wie „Einer flog über das Kuckucksnest“ (1975) oder „Zeit des Erwachens“ (1990) nicht vermeiden…

Aber all das ist selbstverständlich nur Fiktion!

1

Freuen Sie sich lieber auf die Begegnung mit Don Pasquale, der sich übrigens – dank seines eigenen Sanatoriums – verdammt gut gehalten hat und seinen Angestellten oder besser gesagt Verwandten und Verwandten in spe!

Dank Maestro Donizetti und seinem Librettisten Giovanni Ruffini werden Sie nun im Sanatorium Schloss Kirchstetten eine gewiss alles andere als klinisch sterile Bühnenfassung dieses lebendigen, frechen und zeitlosen Belcanto-Juwels in internationaler Besetzung erleben.

Wir wünschen Ihnen Gute Unterhaltung und seien Sie uns nicht böse, wenn man Sie beim Einlass ggf. auch nach Ihrer Sozialversicherungsnummer und Zuweisungsdiagnose fragt… (Bitte vergessen Sie nicht, noch vor dem Betreten unseres Sanatoriums auch ihre regulär verordneten Medikamente einzunehmen! Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Mithilfe.)

Herzlichst

Ihr Sanatorium Schloss Kirchstetten-Team:

Csaba Némedi (Regisseur – Psychoanalytiker), Maestro Hooman Khalatbari (Dirigent – Musiktherapeut), Gianpiera Bühlmann ( Ausstattung – naja, eher Beschäftigungstherapeutin in der Kreativgruppe), Stephan Gartner (Intendant – Verwaltungsdirektor), Eva Drnek (Produktionsleitung – Patientenaufnahme- und Entlassungsmanagement), Etelka Polgár (Abendspielleitung – eigentlich Mädchen für alles bzw. DIE Oberschwester vom Dienst…)

10409613_718448718191971_8782583440473164841_n

UNSER DON PASQUALE WIRD VORGESTELLT! Donnerstag, Mai 12 2016 

EINSPRINGER GESUCHT – EINSPRINGER GEFUNDEN ODER DER NORMALE ALLTAGSWAHNSINN EINES OPERNFESTIVALS…

UNSER DON PASQUALE WIRD VORGESTELLT!

 Sehr geehrte Damen und Herren! Verehrtes Opernpublikum!

Das gesamte Team des KlassikFestivals Schloss Kirchstetten freut sich sehr, Ihnen nun endlich unseren neuen Don Pasquale-Sänger und großartigen Einspringer, den jungen, wandlungsfähigen und äußerst spielfreudigen polnischen Bassisten Leszek Solarski vorzustellen!

Leszek debütierte bereits 2013 in der Partie des Leporello in W.A. Mozarts »Don Giovanni« beim KlassikFestival Schloss Kirchstetten und verbuchte bei jener Aufführungsserie einen großen persönlichen Erfolg.

 

 10623544_720344351334722_3099130527068328995_o 

Dass Leszek sich bereit erklärt hat, so kurzfristig für unsere Produktion einzuspringen, zeugt nicht nur von seiner Flexibilität, sondern auch von seiner uneingeschränkten Professionalität und Kollegialität, zumal sich der andere geschätzte Kirchstetten-erprobte junge Sänger, den wir ursprünglich als Don Pasquale besetzt hatten, bedauerlicherweise aufgrund von schwerwiegenden Umständen in seinem privaten Umfeld plötzlich und unvorhersehbar von unserer geplanten Produktion zurückziehen musste…

Nach dieser schwierigen, dennoch absolut nachvollziehbaren Absage des Sängers begann die Suche nach einem geeigneten Kandidaten für die Titelrolle unserer Produktion…

Ein Unterfangen der ganz speziellen Sorte, da jeder, der mit Musiktheater im Allgemeinen zu tun hat weiß, dass Bässe seit Langem als Mangelware gelten und gute Bässe, die noch dazu die nötige Spielfreude, Wendigkeit und Aufgeschlossenheit mitbringen, geradezu als Rarität anzusehen sind… Umso mehr freut es uns, in Leszek nun einen Interpreten gefunden zu haben, der über die vorhin aufgezählten Attribute hinaus auch ein Höchstmaß an Kollegialität, Zuverlässigkeit und jede Menge Spielwitz bzw. Humor mitbringt.

Leszek_Portrait_SW

© Foto: Leszek Solarski // Dawid Kozlowski

 Freuen Sie sich mit uns zusammen auf das Kirchstettner Comeback eines beliebten jungen Künstlers, der ganz sicher auch zur Freude unseres geschätzten Publikums eine komplett neue und atypische Don Pasquale-Interpretation – fernab von jeglichen Rollenklischees, eingerosteten Traditionen und festgefahrenen Erwartungshaltungen – verkörpern und abliefern wird!

(Cs.N.)

 

Nächste Seite »